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Hörgeräte online kaufen Was geht, was nicht

Online-Hörgeräte sind 2026 ein wachsender Markt - von ProAuris bis Amazon. Für manche Anwender sinnvoll, für andere riskant. Wir klären auf.

// stand 05·2026 · zuletzt verifiziert 2026-05-15

Wo kann man Hörgeräte kaufen? Ihre drei Optionen

Wer ein Hörgerät kaufen möchte, hat heute drei Wege: das Fachgeschäft vor Ort, den Online-Hörakustiker oder den freien Versandhandel. Alle drei unterscheiden sich in Beratung, Anpassung und Preis erheblich - und nicht jeder Weg passt zu jedem Hörverlust.

Akustiker vor Ort: individuelle Anpassung, persönliche Betreuung, fünf und mehr Termine inklusive - dafür meist höhere Preise. Die klassische Wahl für Erstversorgungen und komplexe Fälle.

Online-Hörakustiker (z.B. ProAuris): bequem von zuhause, oft günstiger, Anpassung per Video durch echte Hörakustiker. Sie können die Hörgeräte online kaufen und trotzdem fachlich betreut bleiben.

Reine Verstärker (Amazon und Co.): keine medizinische Anpassung, kein Kassenzuschuss - höchstens für gelegentliche Nutzung sinnvoll, kein Ersatz für echte Hörsysteme.

Online kaufen ist sinnvoll, wenn:

Sie aktiv und technikaffin sind und Video-Beratung mögen - die Tele-Anpassung läuft komplett über Smartphone oder Computer.

Sie bereits Erfahrung mit Hörgeräten haben und wissen, welche Bauform und Einstellung für Sie funktioniert.

Sie schnelle Versorgung wollen: kein Wartetermin beim Akustiker, die Geräte kommen per Post.

Sie das gleiche Modell ersetzen, das Sie schon tragen - dann ist das Risiko eines Fehlkaufs gering.

Online vorsichtig sein, wenn:

Es Ihr erstes Hörgerät ist - die Anpassung an ungewohntes Hören ist komplex und braucht oft mehrere Feinjustierungen.

Sie hochgradigen Hörverlust haben - hier gehört die Versorgung in erfahrene Hände vor Ort.

Sie weniger smartphone-affin sind und die App-gestützte Betreuung eher Hürde als Hilfe wäre.

Sie eine längere, persönliche Beratung brauchen, bevor Sie sich festlegen.

ProAuris-Modell

ProAuris verbindet Online-Bestellung mit Tele-Anpassung per Video.

30-Tage-Probetragen kostenlos - keine Verpflichtung.

Premium-Modelle wie Phonak und Oticon verfügbar.

Wenn Sie ein Hörgerät zuhause testen wollen, ohne Filialbesuch.

So läuft der Kauf von Hörgeräten ab - Schritt für Schritt

Der Kauf eines Hörgeräts folgt in Deutschland einem bewährten Ablauf. Ob Sie beim Hörakustiker vor Ort oder Ihre Hörgeräte online kaufen - diese Stationen sollten Sie kennen:

  1. Hörtest: Am Anfang steht die Messung Ihres Hörvermögens. Ein Audiogramm zeigt, in welchen Frequenzen Ihr Gehör nachgelassen hat. Eine erste Einschätzung liefert unser kostenloser Online-Hörtest.
  2. Verordnung vom HNO-Arzt: Für den Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse brauchen Sie eine ohrenärztliche Verordnung. Der HNO-Arzt stellt den Hörverlust fest und schließt medizinische Ursachen aus.
  3. Beratung und Auswahl: Der Akustiker schlägt passende Hörsysteme vor - abgestimmt auf Hörverlust, Alltag und Budget. Wie eine gute Hörgeräte-Beratung abläuft, haben wir separat zusammengefasst.
  4. Probetragen: Sie testen zwei bis drei Modelle nacheinander im echten Alltag - in Gesprächen, beim Fernsehen, im Straßenlärm.
  5. Anpassung: Die Geräte werden per Software exakt auf Ihr Audiogramm eingestellt und in mehreren Terminen feinjustiert.
  6. Kauf und Nachsorge: Nach der Entscheidung wird mit der Krankenkasse abgerechnet. Service, Reinigung und Nachjustierung gehören über die gesamte Tragedauer dazu.

Rechtliches: Kann man einfach so ein Hörgerät kaufen?

Grundsätzlich ja. Hörgeräte sind Medizinprodukte, aber frei verkäuflich - ein Rezept ist für den Kauf selbst nicht vorgeschrieben. Wer ohne ohrenärztliche Verordnung kauft, verzichtet allerdings auf den Zuschuss der Krankenkasse und trägt die Kosten komplett selbst.

Entscheidend ist die fachgerechte Anpassung: Ein Hörgerät verstärkt Schall nicht pauschal, sondern gezielt in den Frequenzen, in denen Ihr Hörvermögen nachgelassen hat. Ohne Anpassung an Ihr Audiogramm verschenken Sie Sprachverstehen - und riskieren, dass das Gerät ungenutzt in der Schublade landet. Seriöse Online-Anbieter lösen das per Tele-Audiologie: Die Anpassung übernimmt ein ausgebildeter Hörakustiker per Videotermin.

Davon abzugrenzen sind einfache Hörverstärker aus dem Versandhandel: Sie verstärken alle Geräusche gleichmäßig, sind keine Hörgeräte im medizinischen Sinne und werden von keiner Krankenkasse bezuschusst.

Hörgeräte-Preise: Was kostet der Kauf eines Hörgeräts?

Die Preise für Hörgeräte reichen von zuzahlungsfreien Kassengeräten bis zu Premium-Hörsystemen mit Eigenanteilen von mehreren tausend Euro pro Ohr. Günstige Hörgeräte der Basisklasse gibt es zum Nulltarif, in der Mittelklasse liegen die Eigenanteile häufig zwischen etwa 500 und 1.500 Euro pro Ohr, Premium-Geräte darüber.

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt beim Kauf von Hörgeräten einen Festbetrag von 704,37 Euro pro Ohr - abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung von 10 Euro pro Hörgerät. Benötigen Sie zwei Hörgeräte, gilt der Zuschuss für beide Ohren. Alle Details finden Sie in unseren Übersichten zu Hörgeräte-Preisen und Hörgeräte-Kosten; Ihren voraussichtlichen Eigenanteil ermittelt der Kosten-Rechner in zwei Minuten.

Bauform und Technik: das passende Modell finden

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO) sind die verbreitetste Bauform: leistungsstark, robust und für nahezu jeden Hörverlust geeignet. Im-Ohr-Hörgeräte (IdO) sitzen direkt im Gehörgang und sind deutlich unauffälliger - die kleinsten Hörgeräte verschwinden fast vollständig darin und gelten als nahezu unsichtbare Hörgeräte.

Moderne Hörgeräte bieten weit mehr als Verstärkung: Hörgeräte mit Bluetooth streamen Telefonate und Musik direkt ins Ohr, Hörgeräte mit Akku ersparen den Batteriewechsel, Apps erlauben die Steuerung per Smartphone. Welche Funktionen für Ihre Hörsituation sinnvoll sind, zeigt unsere Übersicht der Hörgeräte-Modelle.

Führende Hersteller: Signia, Phonak, Oticon und Co.

Der Markt wird von wenigen führenden Herstellern geprägt: Signia, Phonak, Oticon, ReSound, Widex und Starkey. Alle bieten Hörsysteme in mehreren Technikstufen von der Basisklasse bis zur Premiumklasse an. Sie kaufen deshalb weniger "die beste Marke" als das passende Modell für Ihren Hörverlust - zwei Geräte derselben Preisklasse unterscheiden sich vor allem in Klangcharakter und Bedienphilosophie. Porträts der einzelnen Marken finden Sie in unserer Hersteller-Übersicht.

Ein Hörgerät oder zwei? Beide Ohren versorgen

Lässt das Hörvermögen auf beiden Seiten nach - und das ist der Regelfall - empfehlen HNO-Ärzte und Akustiker fast immer zwei Hörgeräte. Beidseitiges Hören ist entscheidend für das Richtungshören und das Sprachverstehen im Störgeräusch: Erst mit beiden Ohren ortet das Gehirn, aus welcher Richtung eine Stimme kommt. Die gesetzliche Krankenkasse bezuschusst bei beidseitigem Hörverlust auch beide Seiten. Nur bei einseitiger Hörminderung genügt ein einzelnes Gerät.

Gebraucht, im Ausland oder ganz ohne Rezept kaufen?

Gebrauchte Hörgeräte sind fast immer eine schlechte Idee: Das Gerät ist auf das Audiogramm des Vorbesitzers programmiert, Ohrpassstücke sind hygienisch bedenklich, Garantie und Kassenzuschuss entfallen. Die vermeintliche Ersparnis frisst die Neuprogrammierung schnell auf - falls der Akustiker sie überhaupt übernimmt.

Kauf im Ausland kann günstiger wirken, hat aber Haken: Die Nachsorge über Jahre müsste ebenfalls im Ausland stattfinden, deutsche Kassen bezuschussen nur Versorgungen über zugelassene Vertragspartner, und bei Defekten wird der Service zum Problem.

Ohne Rezept zu kaufen ist erlaubt (siehe oben) - sinnvoll ist es nur, wenn Sie bewusst auf den Zuschuss verzichten, etwa als Selbstzahler mit klaren Vorstellungen. Für alle anderen gilt: Erst zum HNO-Arzt, dann kaufen.

Hörgeräte testen: 30 Tage unverbindlich probetragen

Kein seriöser Anbieter verkauft Hörgeräte ohne Testphase. Beim Hörakustiker ist das Probetragen mehrerer Modelle Standard, online haben sich 30 Tage testen etabliert - kostenlos und unverbindlich, mit vollem Rückgaberecht. Nutzen Sie diese Zeit konsequent: Gespräche in ruhiger und lauter Umgebung, Telefonate, Fernsehen, Straßenverkehr.

Erst wenn Sie in Ihrem Alltag spürbar besser und wieder gut hören, sollten Sie sich festlegen. Ein gutes Hörerlebnis zeigt sich nicht im Laden, sondern am Küchentisch und im Restaurant.

Checkliste: Daran erkennen Sie seriöse Anbieter

  • Anpassung durch einen Hörakustiker - vor Ort oder per Tele-Audiologie, aber niemals "Gerät auspacken und fertig"
  • Mindestens 30 Tage Rückgaberecht, damit Sie die Hörgeräte testen können
  • Transparente Preise inklusive Service und Nachsorge, keine versteckten Folgekosten
  • Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenkasse möglich (Festbetrag und Nulltarif-Option)
  • Persönliche Beratung vor dem Kauf - per Telefon, Video oder in der Filiale
  • Echte Markengeräte statt namenloser Verstärker

Sie möchten lieber persönliche Betreuung vor Ort? In unserem Verzeichnis finden Sie über 3.000 Hörgeräteakustiker in Deutschland - sortiert nach Städten und Ketten.

Häufig gestellte Fragen

Welche verschiedenen Arten von Hörgeräten gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Hörgeräten, darunter Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, Im-Ohr-Hörgeräte, In-dem-Kanal-Hörgeräte und Unsichtbare-Hörgeräte.
Wie funktionieren Hörgeräte?
Hörgeräte nehmen Schall auf, verstärken ihn und leiten ihn in das Ohr weiter, um Menschen mit Hörverlust dabei zu helfen, besser zu hören.
Kann ich Hörgeräte online kaufen?
Ja, es ist möglich, Hörgeräte online zu kaufen. Viele Online-Shops bieten eine große Auswahl an Hörgeräten und ermöglichen einen bequemen und flexiblen Einkauf.
Wie kann ich sicherstellen, dass die online gekauften Hörgeräte von guter Qualität sind?
Es ist wichtig, Hörgeräte von vertrauenswürdigen und zertifizierten Anbietern zu kaufen. Lesen Sie Kundenbewertungen und informieren Sie sich über die Rückgaberechte und Garantien.
Gibt es Nachteile beim Online-Kauf von Hörgeräten?
Ein Nachteil beim Online-Kauf von Hörgeräten ist das Fehlen einer persönlichen Beratung. Außerdem kann es schwierig sein, die Hörgeräte richtig anzupassen, und es besteht ein Risiko von Fehlkäufen.
Was sind die Vorteile des Online-Kaufs von Hörgeräten?
Der Online-Kauf von Hörgeräten bietet Bequemlichkeit und Flexibilität. Es gibt eine größere Auswahlmöglichkeit und potenzielle Kosteneinsparungen.
Wie viel kostet ein gutes Hörgerät?
Die Spanne reicht vom zuzahlungsfreien Kassengerät bis zum Premium-Hörsystem. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt einen Festbetrag von 704,37 Euro pro Ohr; in der Mittelklasse liegen die Eigenanteile häufig zwischen etwa 500 und 1.500 Euro pro Ohr, Premium-Geräte kosten mehr.
Kann man einfach so ein Hörgerät kaufen?
Ja, Hörgeräte sind frei verkäuflich, ein Rezept ist für den Kauf nicht vorgeschrieben. Ohne ohrenärztliche Verordnung entfällt jedoch der Krankenkassen-Zuschuss, und ohne fachgerechte Anpassung durch einen Hörakustiker verschenken Sie Sprachverstehen.
Welches ist das derzeit beste Hörgerät?
Ein pauschal bestes Hörgerät gibt es nicht. Welches Modell passt, hängt von Ihrem Hörverlust, der gewünschten Bauform und Ihren Hörsituationen ab. Alle führenden Hersteller wie Signia, Phonak oder Oticon bieten gute Geräte in mehreren Technikstufen - entscheidend ist das Probetragen im eigenen Alltag.
Kann man mit Tinnitus ein Hörgerät tragen?
Ja. Viele moderne Hörgeräte haben integrierte Tinnitus-Funktionen (Noiser), und schon die Verstärkung der Umgebungsgeräusche lässt das Ohrgeräusch bei vielen Betroffenen in den Hintergrund treten. Lassen Sie sich dazu vom HNO-Arzt und Hörakustiker beraten.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten auch beim Online-Kauf?
Der Festbetrag der gesetzlichen Krankenkasse gilt unabhängig vom Kaufweg - vorausgesetzt, eine ohrenärztliche Verordnung liegt vor und der Anbieter rechnet mit den Kassen ab. Fragen Sie vor der Bestellung gezielt danach.
Kann man Hörgeräte 30 Tage lang kostenlos testen?
Ja, das ist marktüblich. Beim Akustiker gehört das Probetragen mehrerer Modelle zum Standard, seriöse Online-Anbieter bieten 30 Tage Testen mit kostenlosem Rückversand an - unverbindlich und ohne Kaufverpflichtung.
Gibt es Hörgeräte zum Nulltarif?
Ja. Hörgeräte zum Nulltarif sind Basisgeräte, die die gesetzliche Krankenkasse vollständig über den Festbetrag abdeckt. Sie zahlen nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Hörgerät und erhalten solide Technik ohne Komfort-Extras wie Bluetooth oder Akku.