Unitron Vivante
Sonova-Schwester von Phonak. Solider Premium-Vertreter.
Unitron ist die zweite Sonova-Schwester (nach Phonak und Hansaton). Nutzt die gleiche Tech-Plattform, ist aber in Deutschland nicht so stark vertreten - eher bei unabhängigen Akustikern als bei Ketten.
Die vier aktuellen Modellreihen, sortiert nach Premium-Klasse.
Sonova-Schwester von Phonak. Solider Premium-Vertreter.
Performance-Klasse mit App.
Mittelklasse.
Kassen-Modell.
Unitron kommt aus Kanada und ist neben Phonak und Hansaton die dritte Hörgeräte-Marke des Sonova-Konzerns - technisch also auf derselben Chip-Plattform unterwegs, in Deutschland aber vor allem bei unabhängigen Akustikern zu finden statt in den Ketten-Regalen.
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist nicht ein Klang-Feature, sondern ein Kaufmodell: Mit FLEX:TRIAL geben Unitron-Akustiker ein voll funktionsfähiges Gerät zum ausgedehnten Probetragen mit, und mit FLEX:UPGRADE lässt sich die Technikstufe nachträglich per Software anheben - Sie kaufen also die Mittelklasse und rüsten später zur Oberklasse auf, ohne neue Hardware. Für alle, die sich beim Eigenanteil nicht sofort festlegen wollen, ist das ein handfestes Argument, das kein anderer Hersteller so konsequent anbietet.
Unitron wurde 1964 im kanadischen Kitchener gegründet und gehört seit dem Jahr 2000 zur Schweizer Sonova Holding, dem weltweit größten Hörgeräte-Konzern mit Sitz in Stäfa bei Zürich. Sonova fährt eine Mehrmarken-Strategie: Phonak ist das Flaggschiff mit der breitesten Vertriebsdichte, Hansaton die deutsche Traditionsmarke, Unitron die kanadische Schwester mit eigenem Klang-Konzept und dem FLEX-Kaufmodell. Chips, Akku-Technik und Bluetooth-Protokolle stammen aus derselben Entwicklung - ein Unitron Moxi V und ein Phonak Audéo derselben Generation sind sich unter dem Gehäuse deutlich ähnlicher, als die unterschiedlichen Namen vermuten lassen.
Der Unterschied liegt im Drumherum: Phonak bietet mehr Bauformen, mehr Zubehör (etwa die Roger-Mikrofone) und ist bei nahezu jedem Akustiker im Regal. Unitron punktet mit dem FLEX-Modell, einer eigenständigen Klang-Abstimmung und oft einem etwas günstigeren Eigenanteil bei vergleichbarer Technikstufe. Wer beide Marken beim selben Akustiker findet, sollte sie im Probetragen direkt gegeneinander hören.
Vivante ist die aktuelle Technologie-Plattform von Unitron und zugleich der Name für die neueste Gerätegeneration. Darauf aufbauend heißen die Bauformen: Moxi V ist das schlanke Ex-Hörer-Gerät (RIC) - das meistverkaufte Format, wahlweise mit Akku (Kennung „R") oder Batterie. Stride steht für das klassische Hinter-dem-Ohr-Gerät, das auch stärkere Hörverluste versorgt, Insera für die maßgefertigten Im-Ohr-Geräte vom nahezu unsichtbaren IIC bis zum größeren ITE. Jede Bauform ist in mehreren Technikstufen erhältlich (9, 7, 5 und 3) - und dank FLEX:UPGRADE lässt sich die Stufe später per Software anheben. Welche Bauart zu welchem Hörverlust passt, zeigt unser Überblick zu Hörgeräte-Modellen im Vergleich.
Die Akku-Varianten der Moxi-Reihe nutzen einen fest verbauten Lithium-Ionen-Akku, der über Nacht im Ladegerät geladen wird und laut Hersteller einen vollen Tag inklusive Streaming durchhält. Für Reisen gibt es ein Ladegerät mit integriertem Zusatzakku. Per Bluetooth streamen die aktuellen Modelle Telefonate, Musik und TV-Ton direkt ins Hörgerät - mit iPhones und Android-Smartphones, inklusive Freisprechen über die Hörgeräte-Mikrofone. Die Remote Plus App dient als Fernbedienung, bewertet auf Wunsch einzelne Hörsituationen und ermöglicht die Fernanpassung durch den Akustiker. Was Sie beim Laden beachten sollten, steht im Ratgeber Ladegeräte für Akku-Hörgeräte.
Unitron führen in Deutschland vor allem unabhängige Hörakustiker, häufig Betriebe, die auch Phonak anpassen. Bei den großen Filialketten ist die Marke nicht flächendeckend im Sortiment; fragen Sie vor dem Termin nach, ob Unitron-Modelle zum Probetragen vorrätig sind.
Unitron Hörgeräte kosten je nach Technikstufe zwischen 0 und etwa 2.200 Euro Eigenanteil pro Ohr. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei nachgewiesenem Hörverlust einen Festbetrag von rund 700 Euro pro Gerät (aktuell 704,37 Euro) - Basis-Modelle der Stufe 3 sind damit bis auf die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro komplett gedeckt. Für höhere Stufen zahlen Sie die Differenz zwischen Verkaufspreis und Festbetrag selbst.
| Modell | Technikstufe | Eigenanteil pro Ohr (GKV) | Kassenanteil pro Ohr |
|---|---|---|---|
| Vivante (Premium-Generation) | Premium (Stufe 9) | ca. 1.390 - 2.200 € | 704,37 € |
| Moxi V (RIC) | Performance (Stufe 7) | ca. 990 - 1.400 € | 704,37 € |
| Stride (HdO) | Standard (Stufe 5) | ca. 590 - 900 € | 704,37 € |
| Insera (Im-Ohr) | Basis (Stufe 3) · Nulltarif | 0 € (+ 10 € Zuzahlung) | 704,37 € |
Alle Eigenanteile sind marktübliche Spannen ohne Gewähr: Unitron gibt keine verbindlichen Endpreise vor, den Verkaufspreis legt jeder Hörakustiker selbst fest - inklusive Anpassung, Nachsorge und Service-Paket. Da jede Bauform in allen Technikstufen erhältlich ist, entscheidet am Ende die freigeschaltete Stufe über den Preis, nicht das Gehäuse. Eine Besonderheit bei Unitron: Mit FLEX:UPGRADE können Sie zunächst die günstigere Stufe kaufen und später nur den Aufpreis zur höheren Stufe zahlen. Wie sich der Eigenanteil zusammensetzt, lesen Sie unter Hörgeräte-Preise, Hörgeräte zum Nulltarif und im Kosten-Rechner.
Für Unentschlossene und Datenfreunde: Wer erst im Alltag herausfinden will, welche Technikstufe er wirklich braucht, fährt mit dem FLEX-Modell besser als mit jeder Bestenliste. Voraussetzung ist ein Akustiker, der Unitron führt - in unserem Akustiker-Finder lässt sich das Marken-Sortiment je Geschäft prüfen. Wer maximale Verbreitung, Zubehör und Service-Dichte sucht, bleibt beim Konzern-Flaggschiff Phonak.
Unsicher, ob ein Hörgerät überhaupt nötig ist? Machen Sie zuerst unseren Online-Hörtest, vergleichen Sie Unitron mit anderen Marken im Hörgeräte-Vergleich und lassen Sie sich anschließend bei einem Hörakustiker in Ihrer Nähe beraten. Alternativen im Überblick: Oticon, Signia und alle weiteren Marken im Hersteller-Hub.