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Hörgeräte-Apps Steuerung per Smartphone

Moderne Hörgeräte verbinden sich direkt mit dem Smartphone - über die Hersteller-App. Lautstärke, Programme, Streaming, Service-Termine: alles in Ihrer Hosentasche.

// stand 05·2026 · zuletzt verifiziert 2026-05-15

Was kann eine Hörgeräte-App?

Die Hersteller-App macht das Smartphone zur Fernbedienung des Hörgeräts - und ersetzt damit für die meisten Träger das kostenpflichtige Zubehör früherer Jahre. Der Kern ist bei allen gleich: Lautstärke regeln, Hörprogramme wechseln, Klang in Grenzen nachjustieren (Höhen, Bässe, Richtwirkung), Akku- oder Batteriestand ablesen. Praktisch im Alltag sind drei Funktionen, die viele gar nicht kennen:

  • Situations-Automatik per Standort: Die App merkt sich, dass Sie im Stammcafé das Störlärm-Programm nutzen, und schaltet beim nächsten Besuch automatisch um.
  • "Hörgerät suchen": zeigt den letzten Ort, an dem Gerät und Smartphone verbunden waren - der Retter, wenn ein Gerät verlegt wurde.
  • Tele-Audiologie: Der Akustiker justiert per Fernsitzung nach, ohne dass Sie ins Geschäft müssen. Gerade in der Eingewöhnungsphase spart das Wege.

Die Hersteller-Apps im Überblick

Jeder Hersteller hat genau eine aktuelle Haupt-App - Sie brauchen die zu Ihrem Gerät passende, eine freie Auswahl gibt es nicht:

  • myPhonak (Phonak): sehr vollständige App mit Feinjustierung je Situation, Auracast-Unterstützung und Gesundheitsdaten wie Tragezeit.
  • Oticon Companion (Oticon): aufgeräumt, mit Find-my-Hearing-Aid und Fernanpassung.
  • Signia App (Signia): integriertes Hörtraining und der KI-"Signia Assistant", der Klangwünsche in Einstellungen übersetzt.
  • Widex Moment App (Widex): schlank, fokussiert auf Programme und den lernenden "SoundSense"-Klangassistenten.
  • ReSound Smart 3D (ReSound): viele Detail-Regler, gute Streaming-Steuerung fürs Zubehör.

Alle Apps sind kostenlos, ein Konto ist meist optional. Wichtig bei der Geräte-Auswahl: Wenn Sie die App-Steuerung nutzen wollen, lassen Sie sich die Kopplung schon beim Probetragen einrichten - so merken Sie vor dem Kauf, ob Bedienung und Stabilität zu Ihnen passen.

Kompatibilität: das sollten Sie vor dem Kauf prüfen

Als Faustregel laufen die aktuellen Apps ab iOS 14 und Android 11 mit Bluetooth 5.0. Zwei Stolpersteine bleiben: Ältere Android-Telefone streamen je nach Hersteller-Protokoll nicht immer direkt in beide Ohren, und der neue Standard Auracast braucht ein Smartphone mit Bluetooth LE Audio (ab iPhone 15, neuere Android-Oberklasse). Die Hersteller pflegen Kompatibilitätslisten - im Zweifel prüft der Akustiker die Kombination aus Ihrem Telefon und Wunschgerät vor Ort.

Wer kein Smartphone nutzt, verliert übrigens nichts Grundsätzliches: Alle Funktionen bis auf Streaming und Fernanpassung gibt es auch am Gerät selbst oder per klassischer Fernbedienung aus dem Zubehör.