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Auracast

Neue Bluetooth-LE-Audio-Technologie für direktes Streaming an Hörgeräte in öffentlichen Räumen.

Auch bekannt als: Auracast Broadcast AudioBluetooth Auracast
// stand 05·2026 · zuletzt verifiziert 2026-05-15

Definition

Auracast (offiziell: Auracast™ Broadcast Audio) ist eine Audio-Streaming-Technologie, die die Bluetooth SIG (Special Interest Group) 2022 vorgestellt hat. Sie basiert auf Bluetooth LE Audio, der neuen Generation der Bluetooth-Audioübertragung. Der entscheidende Unterschied zu klassischem Bluetooth: Statt einer 1:1-Verbindung sendet ein einzelner Sender sein Audiosignal als Broadcast an beliebig viele Empfänger gleichzeitig - Hörgeräte, Kopfhörer, Earbuds oder Lautsprecher.

Für Menschen mit Hörminderung gilt Auracast als eine der wichtigsten Neuerungen seit Jahren, weil sie unterstütztes Hören an öffentlichen Orten deutlich einfacher machen kann: Der Ton eines Fernsehers, einer Durchsage oder eines Vortrags landet direkt im Hörgerät - klar, ohne Raumhall und ohne Zusatzgeräte.

Wie funktioniert Auracast?

Technische Basis ist Bluetooth LE Audio (Low Energy Audio) mit dem neuen LC3-Codec. LC3 liefert auch bei niedrigen Datenraten eine gute Audioqualität und arbeitet sehr energieeffizient - wichtig für kleine Hörgeräte-Akkus. Ein Auracast-Sender (etwa ein Fernsehgerät, ein Aussteller-Terminal oder eine öffentliche Beschallungsanlage) strahlt einen oder mehrere Audio-Streams aus. Empfänger in Reichweite können sich mit einem Stream verbinden, ohne dass eine klassische Kopplung (Pairing) nötig ist.

Die Auswahl eines Streams funktioniert ähnlich wie die Auswahl eines WLAN-Netzwerks: Über einen „Broadcast Assistant“ - meist eine App auf dem Smartphone oder eine Taste am Hörgerät - sehen Sie verfügbare Streams und treten bei. Auch das Scannen eines QR-Codes ist als Beitrittsweg vorgesehen. Streams können offen oder passwortgeschützt sein, etwa in Konferenzräumen.

Was bringt Auracast Hörgeräteträgern?

Die größten Vorteile zeigen sich in Umgebungen, in denen Hören mit Hörgerät bisher schwierig war:

  • Fernsehen: Der TV-Ton läuft direkt ins Hörgerät - in eigener Lautstärke, während andere im Raum normal mithören. Mehrere Personen können denselben Stream gleichzeitig empfangen.
  • Öffentliche Orte: Flughäfen, Bahnhöfe, Kinos, Theater, Kirchen oder Wartebereiche können Durchsagen und Ton als Auracast-Stream anbieten - Barrierefreiheit ohne Sonderhardware.
  • Vorträge und Konferenzen: Das Mikrofonsignal des Redners erreicht das Hörgerät ohne Umweg über Raumlautsprecher, was das Sprachverstehen auf Distanz verbessert.
  • Stille Bereiche: Fernseher in Fitnessstudios oder Flughafen-Lounges können stumm laufen und ihren Ton nur über den Broadcast ausstrahlen.

Welche Geräte unterstützen Auracast?

Voraussetzung auf Empfängerseite ist ein Chip mit Bluetooth 5.2 oder höher plus LE-Audio-/Auracast-Unterstützung in der Firmware. Erste Hörgeräte-Hersteller haben Auracast-fähige Modelle angekündigt oder auf den Markt gebracht, teils lässt sich die Funktion per Firmware-Update nachrüsten. Auch bei Smartphones ist die Unterstützung modellabhängig: Einzelne aktuelle Android-Geräte bringen Auracast-Funktionen mit, flächendeckend ist die Unterstützung aber noch nicht. Ob Ihr Hörgerät oder Handy Auracast beherrscht, klären Sie am besten in den technischen Daten des Herstellers oder direkt beim Hörakustiker - die Angabe „Bluetooth LE Audio“ allein garantiert noch keine Auracast-Funktion.

Auracast oder Telefonspule (Induktionsschleife)?

Bisher übernehmen Induktionsschleifen mit Telefonspule (Telecoil) die Rolle des unterstützten Hörens in öffentlichen Räumen. Auracast gilt als deren designierter Nachfolger: bessere Audioqualität, Stereo statt Mono, keine aufwendige Verkabelung des Gebäudes und zusätzlich für Kopfhörer-Nutzer offen. Der Übergang wird allerdings Jahre dauern, weil Millionen Hörgeräte und tausende öffentliche Anlagen auf Telecoil ausgelegt sind. Wer heute ein Hörgerät auswählt, fährt daher gut mit einem Modell, das beides bietet: Telefonspule für bestehende Anlagen und LE Audio/Auracast für die Zukunft.

Wie verbreitet ist Auracast heute?

Die Technologie befindet sich noch in der Aufbauphase. Die Zahl kompatibler Sender, Smartphones, Kopfhörer und Hörgeräte wächst, und erste öffentliche Installationen - etwa an Flughäfen oder in Veranstaltungsräumen - werden erprobt. Bis sie so selbstverständlich verfügbar ist wie klassisches Bluetooth, dürfte aber noch Zeit vergehen. Die Bluetooth SIG listet auf ihrer Website zertifizierte Auracast-Produkte.

Reichweite, Sicherheit und eigene Streams

Die Reichweite eines Broadcasts ist mit der von klassischem Bluetooth vergleichbar und hängt von Sendeleistung, Antenne und Umgebung ab - von wenigen Metern beim TV-Adapter im Wohnzimmer bis zu deutlich größeren Distanzen bei professionellen Sendern. Große Flächen wie Terminals oder Säle lassen sich über mehrere Sender abdecken. Beim Datenschutz gilt: Ein offener Broadcast ist wie ein Radiosender für alle in Reichweite hörbar; für vertrauliche Inhalte, etwa in Konferenzräumen, sieht der Standard verschlüsselte, passwortgeschützte Streams vor. Einen eigenen Auracast-Stream starten Sie mit einem Auracast-fähigen Sender - zum Beispiel einem TV-Adapter oder einem entsprechenden Fernsehgerät -, der sein Audiosignal dann an alle kompatiblen Empfänger im Umkreis ausstrahlt.

Braucht man neue Hörgeräte für Auracast?

In den meisten Fällen ja: Ältere Hörgeräte mit klassischem Bluetooth oder proprietären Funkprotokollen lassen sich in der Regel nicht auf den neuen Standard aufrüsten, weil die Funktion einen neueren Chip voraussetzt. Bei einigen jüngeren Modellen mit LE-Audio-fähiger Hardware haben Hersteller die Funktion per Firmware-Update nachgereicht. Wenn Auracast für Sie ein Kaufkriterium ist, sprechen Sie das Thema bei der Auswahl beim Hörakustiker gezielt an und lassen Sie sich die Unterstützung schriftlich bestätigen. Als Übergangslösung können auch Streamer-Zubehörgeräte dienen, die zwischen Quelle und Hörgerät vermitteln.

Häufige Fragen zu Auracast

Was ist Auracast?

Auracast ist eine Broadcast-Funktion von Bluetooth LE Audio: Ein Sender überträgt Audio an beliebig viele Empfänger in Reichweite - vergleichbar mit einem lokalen Radiosender für Hörgeräte und Kopfhörer.

Welche Geräte sind Auracast-fähig?

Geräte mit Bluetooth 5.2 oder neuer, deren Hersteller LE Audio und Auracast in der Firmware freigeschaltet hat. Dazu zählen erste Hörgeräte, Earbuds, Soundbars und Fernseher; verlässliche Auskunft geben die Herstellerangaben.

Welche Handys haben Auracast?

Die Unterstützung ist modell- und softwareabhängig. Einige neuere Android-Smartphones (unter anderem von Samsung) bieten Auracast-Funktionen; prüfen Sie die technischen Daten Ihres Modells und die Version des Betriebssystems.

Wie kann ich Auracast empfangen?

Sie benötigen ein Auracast-fähiges Empfangsgerät (Hörgerät oder Kopfhörer) und einen Broadcast Assistant - meist die Smartphone-App des Herstellers. Dort wählen Sie den gewünschten Stream aus der Liste aus oder scannen einen QR-Code, ähnlich wie beim Verbinden mit einem WLAN.

Kann ich Auracast mit Apple-Geräten nutzen?

Apple hat sich bei LE Audio und Auracast bislang zurückhaltender gezeigt als manche Android-Hersteller. Ob und in welchem Umfang iPhone, iPad oder AirPods die Funktion unterstützen, hängt von Modell und Softwarestand ab - verlassen Sie sich hier nicht auf pauschale Aussagen, sondern prüfen Sie die aktuellen technischen Daten von Apple. Viele Hörgeräte-Hersteller bieten für iOS ohnehin eigene Kopplungswege an, die unabhängig von Auracast funktionieren.

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