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Hörgeräte richtig reinigen

Tägliche Reinigung verlängert die Lebensdauer Ihres Hörgeräts um Jahre. Wir zeigen die 5 Schritte für die abendliche Pflege.

// stand 05·2026 · zuletzt verifiziert 2026-05-15

Warum die tägliche Minute so viel ausmacht

Ein Hörgerät arbeitet zwölf und mehr Stunden am Tag im feuchtwarmen Gehörgang, umgeben von Ohrenschmalz, Schweiß und Hautfett. Die häufigste "Reparatur" beim Akustiker ist deshalb gar keine: Das Gerät klingt dumpf oder scheint tot, weil Cerumen den Hörer oder Filter verstopft hat. Wer abends drei Minuten investiert, erspart sich die meisten dieser Ausfälle - und verlängert die Lebensdauer der Geräte messbar in Richtung der vollen fünf bis sechs Jahre.

Die tägliche Pflege in fünf Schritten (3 Minuten)

  1. Abwischen: Gerät mit einem weichen, trockenen Tuch oder Mikrofasertuch abreiben - Schweiß und Hautfett greifen auf Dauer Gehäuse und Mikrofonöffnungen an.
  2. Schirmchen bürsten: Das Schirmchen vorsichtig mit der Reinigungsbürste von Cerumen befreien. Kein Wasser - Feuchtigkeit ist der Feind, nicht der Helfer.
  3. In die Trockenbox: Über Nacht in die Trockenbox. Elektronische Boxen mit UV-C trocknen und entkeimen in wenigen Stunden; einfache Dosen mit Trockenkapsel tun es auch, brauchen aber frische Kapseln.
  4. Batteriefach öffnen: Bei Batteriegeräten das Fach über Nacht offen lassen, damit Restfeuchte entweichen kann. Akku-Geräte kommen stattdessen in die Ladestation - idealerweise eine mit integrierter Trocknung.
  5. Otoplastik separat: Das Maß-Ohrpassstück einmal wöchentlich vom Gerät trennen und mit Reinigungstabletten baden - nur die Otoplastik, nie die Elektronik. Vor dem Zusammenbau vollständig trocknen lassen.

Was Sie nie tun sollten

  • Das Hörgerät unter Wasser halten oder in Reinigungsflüssigkeit tauchen - auch "nur kurz" endet oft im Totalschaden.
  • Mit Wattestäbchen, Nadeln oder Zahnstochern in Hörer- oder Mikrofonöffnungen stochern.
  • Spülmittel, Alkohol oder aggressive Haushaltsreiniger verwenden - sie greifen Kunststoff und Beschichtungen an.
  • Schirmchen oder Schallschlauch erhitzen oder auskochen - das Silikon verformt sich und sitzt danach nicht mehr dicht.
  • Das Gerät auf der Heizung oder in der Sonne "trocknen" - Hitze schadet Akku und Elektronik.

Wenn das Hörgerät doch nass geworden ist

Regenschauer, vergessenes Gerät unter der Dusche: Batterie sofort heraus (bzw. Akku-Gerät ausschalten), Gerät äußerlich trocken tupfen und mehrere Stunden in die Trockenbox - nicht föhnen, nicht auf die Heizung. In den meisten Fällen überlebt das Gerät einen kurzen Wasserkontakt, wenn es schnell und richtig getrocknet wird. Klingt es danach dumpf, gehört es zur Kontrolle zum Akustiker.

Empfohlene Hilfsmittel

  • Trockenbox, elektronisch mit UV-C oder klassisch mit Trockenkapseln - die wichtigste Einzelanschaffung, ab ca. 15 Euro.
  • Reinigungsbürste mit Magnet für Batterien, meist im Pflegeset enthalten.
  • Reinigungstabletten für Otoplastiken (z. B. Audinell, Cedis) und ein Blasebalg für den Schallschlauch.
  • Cerumenfilter passend zum Gerätetyp - der günstigste Schutz für den teuersten Baustein, den Hörer.

Die professionelle Tiefenreinigung mit Ultraschall macht der Akustiker - bei vielen ist sie in der Service-Pauschale enthalten, sinnvoll ist sie etwa zweimal im Jahr. Was regelmäßig an Pflege-Kosten zusammenkommt, steht in der Übersicht Hörgeräte-Preise und -Kosten.

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