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Audiogramm

Grafische Darstellung Ihrer Hörschwelle über alle Frequenzen - die Basis jeder Anpassung.

Auch bekannt als: HörkurveHörschwellenmessungTonaudiogramm
// stand 05·2026 · zuletzt verifiziert 2026-05-15

Definition

Das Audiogramm ist die grafische Darstellung Ihres Hörvermögens: ein Diagramm, das zeigt, wie laut ein Ton bei verschiedenen Frequenzen sein muss, damit Sie ihn gerade noch hören. Diese leisesten gerade noch wahrnehmbaren Töne bilden Ihre Hörschwelle. Die Ergebnisse von Hörtests werden in Form eines Audiogramms dargestellt - deshalb heißt es umgangssprachlich auch Hörkurve. Erstellt wird es vom Hörakustiker oder HNO-Arzt, und es ist die Basis jeder Hörgeräte-Anpassung: Krankenkassen verlangen ein aktuelles Audiogramm (in der Regel nicht älter als ein Jahr) als Voraussetzung für die Kostenübernahme.

Wie liest man ein Audiogramm?

Das Diagramm hat zwei Achsen. Auf der horizontalen Achse steht die Frequenz in Hertz (Hz), also die Tonhöhe: links die tiefen Töne (etwa 125 Hz), rechts die hohen Töne (bis 8000 Hz). Zum Vergleich: Der gesamte menschliche Hörbereich liegt zwischen etwa 20 und 20.000 Hertz; gemessen wird der für Sprache wichtige Frequenzbereich. Auf der vertikalen Achse steht die Lautstärke in Dezibel (dB HL) - von oben nach unten zunehmend. 0 dB entspricht dabei nicht „kein Schall“, sondern der Hörschwelle junger, normalhörender Menschen.

Für jede geprüfte Frequenz wird der leiseste Ton eingezeichnet, den Sie hören konnten. Verbunden ergeben diese Punkte Ihre Hörkurve - üblicherweise rot mit Kreisen für das rechte Ohr, blau mit Kreuzen für das linke Ohr. Je weiter unten die Kurve verläuft, desto größer der Hörverlust bei dieser Frequenz. Eine Kurve, die von links nach rechts abfällt, zeigt den typischen Hochton-Hörverlust, wie er bei altersbedingter Schwerhörigkeit häufig ist.

Luftleitung und Knochenleitung

Gemessen werden meist zwei Hörkurven für die Luft- und die Knochenleitung. Bei der Luftleitung werden die Töne über Kopfhörer vorgespielt; der Schall nimmt den natürlichen Weg über Gehörgang, Trommelfell und Mittelohr ins Innenohr. Bei der Knochenleitung sitzt ein kleiner Knochenleitungshörer hinter dem Ohr auf dem Schädelknochen und leitet die Schwingung direkt ans Innenohr - unter Umgehung von Außen- und Mittelohr.

Der Vergleich beider Kurven verrät die Art des Hörverlusts: Ist nur die Luftleitung schlechter, liegt das Problem im Außen- oder Mittelohr (Schallleitungsschwerhörigkeit). Sind beide Kurven gleichermaßen abgesunken, ist das Innenohr betroffen (Schallempfindungsschwerhörigkeit) - die häufigste Form. Auch eine kombinierte Schwerhörigkeit ist möglich.

Welche Grade von Hörverlust zeigt das Audiogramm?

Als Faustregel gilt eine Hörschwelle zwischen 0 und 20 bis 25 dB über alle Frequenzen als normales Hörvermögen. Darüber wird der Hörverlust - je nach Klassifikation mit leicht unterschiedlichen Grenzen - in Grade eingeteilt: leichtgradig (etwa 20-40 dB, leise Sprache und Flüstern werden schwierig), mittelgradig (etwa 40-60 dB, normale Gespräche werden anstrengend, ab hier wird meist ein Hörgerät empfohlen), hochgradig (etwa 60-80 dB, auch laute Sprache wird kaum verstanden) und an Taubheit grenzend (über 80 dB). Entscheidend ist immer das Gesamtbild über die Frequenzen hinweg - viele Menschen hören tiefe Töne normal und haben nur im Hochtonbereich einen deutlichen Verlust.

Wie wird ein Audiogramm erstellt?

Die Messung heißt Tonaudiometrie und findet in einem schallarmen Raum oder einer Hörkabine statt. Sie bekommen Kopfhörer aufgesetzt, dann werden Ihnen nacheinander Töne verschiedener Frequenzen und Lautstärken vorgespielt - mal leise, mal lauter. Sobald Sie einen Ton hören, drücken Sie einen Knopf. So tastet sich der Hörakustiker für jede Frequenz an Ihre Hörschwelle heran, für jedes Ohr getrennt. Die Messung ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten pro Ohr; die Durchführung ist in Normen wie DIN EN ISO 8253 standardisiert. Einen ersten orientierenden Eindruck können Sie vorab mit unserem kostenlosen Online-Hörtest gewinnen - er ersetzt aber keine professionelle Messung.

Tonaudiogramm und Sprachaudiogramm

Das beschriebene Tonaudiogramm misst reine Töne. Ergänzend wird oft ein Sprachaudiogramm erstellt (Sprachaudiometrie): Dabei hören Sie einsilbige Wörter und Zahlen in verschiedenen Lautstärken und sprechen nach, was Sie verstanden haben. Das Sprachaudiogramm zeigt, wie gut Sie Sprache tatsächlich verstehen - für die Hörgeräte-Versorgung und die Abrechnung mit der Krankenkasse ist es oft das wichtigere Maß, denn gutes Hören von Tönen und gutes Verstehen von Sprache sind nicht dasselbe.

Hörverlust festgestellt - was nun?

Zeigt Ihr Audiogramm eine behandlungsbedürftige Schwerhörigkeit, ist der nächste Schritt die HNO-ärztliche Abklärung der Ursache und bei Bedarf die Verordnung von Hörgeräten. Mit dieser Verordnung gehen Sie zum Hörakustiker, der auf Basis des Audiogramms geeignete Geräte auswählt und frequenzgenau auf Ihren Hörverlust programmiert. Je früher eine Hörminderung versorgt wird, desto leichter fällt die Eingewöhnung - das Gehirn verlernt unversorgtes Hören mit der Zeit.

Häufige Fragen zum Audiogramm

Wie lange dauert ein Audiogramm-Test?

Die reine Tonaudiometrie dauert meist 10 bis 20 Minuten für beide Ohren. Mit Anamnese-Gespräch, Otoskopie und gegebenenfalls Sprachaudiometrie sollten Sie für den gesamten Hörtest-Termin etwa 30 bis 60 Minuten einplanen.

Wie viel Prozent Hörvermögen ist normal?

Das Tonaudiogramm misst nicht in Prozent, sondern in Dezibel: Normal ist eine Hörschwelle bis etwa 20-25 dB. Prozentwerte stammen aus dem Sprachaudiogramm - dort gilt als normal, wenn Sie Sprache in angenehmer Lautstärke zu 100 Prozent verstehen.

Was sagt ein Audiogramm aus?

Es zeigt, welche Tonhöhen Sie wie gut hören, wie stark ein Hörverlust ausgeprägt ist und - über den Vergleich von Luft- und Knochenleitung - wo im Ohr die Ursache liegt.

Was ist ein normales Audiogramm?

Eine Hörkurve, die über alle Frequenzen im Bereich von 0 bis etwa 20-25 dB verläuft. Kleine Abweichungen bei einzelnen Frequenzen sind dabei durchaus üblich.

Ist ein Audiogramm altersabhängig?

Das Hörvermögen verändert sich mit dem Alter: Vor allem die hohen Frequenzen lassen bei den meisten Menschen im Lauf des Lebens nach (Presbyakusis). Die Bewertungsmaßstäbe des Audiogramms selbst bleiben aber gleich - gemessen wird immer gegen die Hörschwelle junger Normalhörender.

Kann sich ein Audiogramm verbessern?

Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit durch geschädigte Haarzellen ist der Hörverlust in der Regel dauerhaft. Vorübergehende Ursachen - etwa ein Pfropf aus Ohrenschmalz, ein Mittelohrerguss oder ein behandelter Hörsturz - können sich dagegen zurückbilden, und mit ihnen verbessert sich das Audiogramm.

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