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Hörakustiker

Spezialisierter Handwerksberuf für die Anpassung von Hörgeräten - der Hörgeräte-Meister.

Auch bekannt als: HörgeräteakustikerHörgeräte-MeisterHörakustikerin
// stand 05·2026 · zuletzt verifiziert 2026-05-15

Definition

Der Hörakustiker (früher: Hörgeräteakustiker) ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf im Gesundheitshandwerk. Hörakustiker und Hörakustikerinnen führen Hörtests durch, beraten Menschen mit Hörminderung, fertigen Otoplastiken, passen Hörsysteme individuell an und betreuen ihre Kundinnen und Kunden über die gesamte Tragezeit hinweg. Die Berufsbezeichnung ist über die Handwerksordnung geschützt: Nur wer die Ausbildung im Hörgeräteakustikerhandwerk abgeschlossen hat, darf Hörgeräte anpassen und abgeben.

Der Beruf des Hörakustikers verbindet drei Welten: feinmotorisches Handwerk (Ohrabformung, Otoplastik, Reparatur), moderne Messtechnik und Software sowie einfühlsame Beratung. Weil gutes Hören ein Stück Lebensqualität ist, gilt die Hörakustik als Beruf mit Zukunft - die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften wächst mit der alternden Gesellschaft.

Was macht ein Hörakustiker?

Der Arbeitsalltag beim Hörakustiker ist abwechslungsreich. Zu den Kernaufgaben gehören:

  • Hörtest und Audiometrie: Mit verschiedenen Testverfahren misst der Akustiker Ihr Hörvermögen und erstellt ein Audiogramm - die Grundlage jeder Versorgung. Einen ersten Eindruck vom eigenen Gehör gibt auch unser kostenloser Online-Hörtest.
  • Beratung: Hörakustiker beraten Kunden zu passenden Hörsystemen, Hörassistenzsystemen und Sonderversorgungen sowie Zubehör - fachlich fundiert und abgestimmt auf Alltag, Budget und Hörverlust.
  • Ohrabformung und Otoplastik: Für individuell gefertigte Ohrpassstücke nimmt der Akustiker einen Abdruck der Ohrmuschel und des Gehörgangs.
  • Individuelle Anpassung: Das Hörgerät wird per Software auf Ihre Messergebnisse programmiert; in mehreren Terminen folgt die Feineinstellung.
  • Service, Wartung und Reparatur: Reinigung, Instandhaltungsmaßnahmen, Schlauchwechsel und kleinere Reparaturen gehören zum täglichen Service-Geschäft.
  • Gehörschutz: Auch individueller Gehörschutz für Beruf, Musik oder Schlaf wird im Fachgeschäft angefertigt.

Ausbildung zum Hörakustiker

Die Ausbildung zum Hörakustiker ist eine dreijährige duale Ausbildung: Auszubildende arbeiten im Hörakustik-Fachgeschäft und besuchen im Blockunterricht die Bundesoffene Berufsschule an der Akademie für Hörakustik in Lübeck, wo auch die überbetriebliche Ausbildung stattfindet. In der Mitte der Ausbildung steht eine Zwischenprüfung, am Ende die Gesellenprüfung.

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Realschulabschluss oder Abitur ein. Wichtiger als Noten sind Freude am Umgang mit Menschen, technisches Verständnis und feinmotorisches Geschick. Inhaltlich vermittelt die Ausbildung Kenntnisse und Fertigkeiten in Anatomie und Physiologie des Ohrs, Audiometrie und Messtechnik, Fertigung von Otoplastiken, Hörgeräte-Software sowie kaufmännische Grundlagen - denn Hörakustiker arbeiten sowohl fachlich-handwerklich als auch kaufmännisch.

Im Ausbildungsbetrieb lernen Auszubildende von Anfang an am Kunden: Sie hören bei Beratungsgesprächen zu, üben Testverfahren und Ohrabformung, reinigen und reparieren Hörsysteme und wachsen Schritt für Schritt in die eigenständige Betreuung hinein. Die Berufsschule vertieft parallel die Theorie - Akustik und Schallphysik, Audiologie, Werkstoffkunde und Betriebswirtschaft. Wer sich fragt, ob der Beruf passt: Gefragt ist, wer gern mit Menschen arbeitet, geduldig zuhört, sorgfältig misst und Freude an Technik hat - vom Umgang mit empfindlicher Elektronik bis zur Anpass-Software. Gerade weil viele Kundinnen und Kunden ältere Menschen mit Hörproblemen sind, zählen Empathie und klare Kommunikation ebenso viel wie handwerkliches Geschick, um ihnen wieder zu gutem Hören und mehr Teilhabe im Alltag zu verhelfen.

Meisterprüfung, Fort- und Weiterbildung

Nach der Gesellenprüfung stehen viele Wege offen. Die wichtigste Weiterbildung ist die Meisterprüfung: Der Meisterbrief (heute auch mit dem Titel „Bachelor Professional im Hörakustikerhandwerk“) berechtigt dazu, einen eigenen Betrieb zu führen, eine Filiale zu leiten und selbst Auszubildende auszubilden. Daneben gibt es Spezialisierungen, etwa zum Pädakustiker für die Versorgung von hörgeschädigten Kindern, zur Fachkraft für Tinnitus-Beratung oder für die Betreuung von Cochlea-Implantat-Trägern. Auch ein anschließendes Studium der Hörakustik ist möglich. Regelmäßige Fort- und Weiterbildung gehört ohnehin zum Beruf, weil sich die Technik der Hörsysteme rasant weiterentwickelt.

Wo arbeiten Hörakustiker - und wie sind die Arbeitszeiten?

Die meisten Fachkräfte arbeiten im Hörakustik-Fachgeschäft - entweder bei einer der großen Filialketten oder in einem inhabergeführten Meisterbetrieb. Daneben gibt es Stellen in Hörgeräte-Industrie und Entwicklung, in HNO-Kliniken, bei Cochlea-Implantat-Zentren sowie in der Ausbildung, etwa an der Akademie für Hörakustik. Die Arbeitszeiten orientieren sich an den Öffnungszeiten des Ladengeschäfts: überwiegend werktags, oft mit Samstagsdiensten, dafür ohne Nacht- und Schichtarbeit - im Vergleich zu vielen anderen Gesundheitsberufen also gut planbar.

Hörakustiker oder HNO-Arzt - wer macht was?

Der HNO-Arzt stellt die medizinische Diagnose: Er untersucht Ohr und Gehör, klärt Ursachen der Schwerhörigkeit ab und stellt bei Bedarf die Verordnung für Hörgeräte aus. Der Akustiker übernimmt anschließend die technische Umsetzung: Auswahl, individuelle Anpassung und langfristige Betreuung der Hörsysteme. Beide arbeiten Hand in Hand - für die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist in der Regel zunächst die HNO-ärztliche Verordnung nötig.

Woran erkennen Sie einen guten Hörakustiker?

Ein guter Akustiker nimmt sich Zeit: für ein ausführliches Beratungsgespräch, für mehrere Testverfahren statt eines Schnelltests und für eine verständliche Erklärung der Messergebnisse. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie mehrere Hörsysteme unterschiedlicher Preisklassen im Alltag Probe tragen können, dass die Preise transparent aufgeschlüsselt werden (inklusive einer zuzahlungsfreien Kassenlösung) und dass Nachsorge-Termine im Preis enthalten sind. Geprüfte Betriebe in Ihrer Nähe finden Sie in unserem Hörakustiker-Verzeichnis.

Wie läuft der Besuch beim Hörakustiker ab?

Der erste Termin beginnt mit einem persönlichen Gespräch: Wo hören Sie schlecht, in welchen Situationen fällt das Verstehen schwer, was erwarten Sie von einem Hörsystem? Danach folgen Otoskopie (Blick in den Gehörgang) und der eigentliche Hörtest. Auf Basis der Messergebnisse schlägt der Akustiker geeignete Hörsysteme vor - vom zuzahlungsfreien Kassengerät bis zum Premium-Modell. Die ausgewählten Geräte tragen Sie anschließend im Alltag Probe, bevor Sie sich entscheiden. Nach dem Kauf folgen Feineinstellungs-Termine und die dauerhafte Nachsorge: Ein Hörgerät wird über seine gesamte Lebensdauer von rund sechs Jahren immer wieder nachjustiert, gereinigt und gewartet.

Was kostet der Besuch beim Hörakustiker?

Der Hörtest im Fachgeschäft ist in aller Regel kostenlos, ebenso das Probetragen. Bei der Versorgung rechnet das Fachgeschäft direkt mit Ihrer Krankenkasse ab: Die gesetzliche Kasse übernimmt den Festbetrag für ein Hörgerät der Grundversorgung, sodass für Sie nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Gerät anfällt. Wer mehr Komfort oder Technik möchte, zahlt die Differenz als Eigenanteil selbst.

Häufige Fragen zum Beruf

Was macht man als Hörakustiker?

Hörakustiker messen das Hörvermögen, beraten bei der Auswahl von Hörgeräten, fertigen Ohrpassstücke, programmieren und warten Hörsysteme und begleiten ihre Kunden dauerhaft - vom ersten Hörtest bis zur Nachsorge über die gesamte Nutzungsdauer.

Was verdient ein Hörakustiker?

Das Gehalt hängt von Region, Betrieb, Berufserfahrung und Qualifikation ab; mit Meisterbrief oder Filialleitung steigt es deutlich. Verlässliche, aktuelle Zahlen bietet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Was für einen Abschluss braucht man für Hörakustiker?

Vorgeschrieben ist kein bestimmter Abschluss. In der Praxis haben die meisten Auszubildenden einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur.

Wer verdient mehr - Hörakustiker oder Optiker?

Beide Berufe sind Gesundheitshandwerke mit ähnlichen Ausbildungswegen und vergleichbarem Gehaltsniveau. Entscheidend sind weniger die Branche als Position, Meistertitel und Verantwortung - etwa, ob man eine Filiale leitet oder einen eigenen Betrieb führt.

PA

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